Rolf Stemmle

Theater, Belletristik, Musik und mehr

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Diese Titel sind im Online-Shop sowie im Buchhandel erhältlich. Die eBook-Ausgaben stehen auf den gängigen Portalen zum Download bereit, z.B. bod, Amazon, Hugendubel, Thalia

 Einführungshefte
zu den Bühnenwerken Richard Wagners
Verlag Rolf Stemmle 

 

In populär-wissenschaftlichem Stil führt das Heft in das Werk ein; anschaulich und präzise komplexe Inhalte verständlich gemacht.
Wegen des praktischen Formats von 11,5 x 16,5 cm findet das Heft in jeder Hand- und Jackett-Tasche Platz und begleitet diskret durch jede Aufführung.

Das Heft gliedert sich in:
Kurzbiographie Richard Wagners * Theaterzettel * Beschreibung der Handlung * Schaubild über die Beziehungen der Personen * Entstehungsgeschichte * Erläuterungen über Ursprung, Intention, Psychologie, Philosophie usw. * Erläuterungen zur Musik * Beschreibung der Musik (mit Notenbeispielen) * kurze Zusammenfassung der Handlung
Die Entstehungsgeschichte und die Erläuterungen der „Ring“-Hefte sind auf die einzelnen Hefte verteilt.

Die Hefte sind auch als eBook erhältlich.

Verkaufspreis: Print: 3,50 € / eBook: 2,49 €

  

Der fliegende Holländer
978-3-936567-01-4 / 40 Seiten
eBook: 978-3-936567-21-2

Tannhäuser
978-3-936567-02-1 / 40 Seiten
eBook: 978-3-936567-02-1

Lohengrin
978-3-936567-03-8 / 40 Seiten
eBook: 978-3-936567-03-8

Das Rheingold
978-3-936567-04-5 / 32 Seiten
eBook: 978-3-936567-04-5

Die Walküre
978-3-936567-05-2 / 32 Seiten
eBook: 978-3-936567-05-2

Siegfried
978-3-936567-06-9 / 32 Seiten
eBook: 978-3-936567-06-9

Götterdämmerung
978-3-936567-07-6 / 32 Seiten
eBook: 978-3-936567-07-6

Tristan und Isolde
978-3-936567-08-3 / 32 Seiten
eBook: 978-3-936567-08-3

Die Meistersinger von Nürnberg
978-3-936567-09-0 / 36 Seiten
eBook: 978-3-936567-09-0

Parsifal
978-3-936567-10-6 / 32 Seiten
eBook: 978-3-936567-10-6

Leseprobe:

aus: Parsifal, Erläuterungen zur Handlung

Die Handlung von "Parsifal" basiert auf dem Leben der historischen Gestalt Parzival. Durch die Epen der mittelalterlichen Dichter Chrétien de Troyes sowie Wolfram von Eschenbach wurde dessen Lebensgeschichte überliefert.
Parzival wurde im Jahre 827 als Sohn von Gahmuret und Herzeloyde geboren. Noch im selben Jahr starb der Vater während eines Orient-Feldzuges. Um den Sohn vor dem gleichen Schicksal zu bewahren, lebte Herzeloyde fortan im tiefen Wald, wo Parzival zum weltfremden Toren erzogen wurde. Mit vierzehn Jahren lief er davon und geriet zunächst an den Hof des König Artus. Wegen seiner heldenhaften Taten wurde er geachtet, blieb aber trotzdem ein Tor, da ihm die ritterlichen Tugenden fremd waren. Zu diesen ritterlichen Tugenden gehörte es, nicht all zu viele Fragen zu stellen. Diese Tugenden erlernte Parzival von Ritter Gurnemanz. Und so fragte er auch nicht nach dem Grund von Amfortas' Leiden, als er in das Reich der Gralsritter kam und dem siechen Gralskönig gegenüberstand. Parzival kannte zwar mittlerweile die Tugenden der weltlichen Ritter, nicht aber die Ideale der (geistlichen) Gralsritter. Hier verkörperte nämlich derjenige das höchste Ideal, der zur rechten Zeit die richtige Frage zu stellen vermochte. Damit erwies sich Parzival als unwürdig, weshalb er sowohl aus der Gralsrunde als auch aus der Tafelrunde des König Artus verstoßen und sogar von der Gralsbotin Kundrie verflucht wurde. Fünf Jahre zog Parzival verzweifelt umher, ohne zu wissen, welchen Vergehens er sich schuldig gemacht hatte. Während dieser Zeit reifte er jedoch innerlich heran und erkannte mit Hilfe der Worte des Einsiedlers Trevrizent das wahre Wesen Gottes. Wegen weiterer Heldentaten gelangte er wieder zu (weltlichem) Ruhm, wurde abermals in die Tafelrunde aufgenommen und kam wiederum auf das Gebiet der Gralsritter. Hier konnte er nun aus ehrlichem Mitleid Amfortas nach dem Grund seines Leidens fragen. Dadurch wurde Amfortas erlöst und Parzival (848) zum neuen Gralskönig erhoben.
Dieses Leben - bereits durch den Lauf der Zeit glorifiziert sowie mit Sagen und Mythen verwoben - formte um 1180 Chrétien de Troyes zum ersten Erziehungsroman der Literaturgeschichte.
Nur wenige Jahre später nahm sich Wolfram von Eschenbach (etwa 1170 - 1220) dieses Stoffes an. In seinem etwa 25 000 Verse zählenden Epos "Parzival" beschäftigte er sich noch eingehender mit dem Grals-Motiv und dem Thema der richtigen Frage zur rechten Zeit.
Über sechshundert Jahre später las Richard Wagner dieses Epos. Sofort inspirierte ihn der Stoff - doch mit der Version Eschenbachs zeigte er sich äußerst unzufrieden. "Ich stimme fast jetzt Friedrich dem Großen bei, der bei der Überreichung des Wolfram dem Herausgeber antwortete, er sollte ihn mit solchem Zeug verschont lassen. Wirklich, man muß nur einen solchen Stoff aus den echten Zügen der Sage sich selbst so innig belebt haben, wie ich dies jetzt mit der Gralssage tat, und dann einmal schnell übersehen, wie so ein Dichter wie Wolfram sich dasselbe darstellte, um sogleich von der Unfähigkeit des Dichters schroff abgestoßen zu werden. Schön sind nur einzelne Schilderungen. Aber ihr Ganzes bleibt immer wüst und dumm... Was müßte ich nun mit dem 'Parzival' anfangen; denn mit dem weiß Wolfram von Eschenbach nun auch gar nichts: seine Verzweiflung an Gott ist albern und unmotiviert, noch ungenügender seine Bekehrung. Das mit der 'Frage' ist so ganz abgeschmackt und völlig bedeutungslos. Hier müßte ich also rein alles erfinden."

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