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Irrlichter

 Eine Komödie in drei Akten
von Rolf Stemmle

Personen:
Tobias, ein Objektkünstler
Johanna, eine Aquarellmalerin
Wolfgang, ein Schmuckdesigner
Birgit, Freundin von Johanna
Martin, ein Architekt
Walburga

Ort und Zeit:
Terrasse und Garten eines Ferienhauses;
Gegenwart (Ende Juni) 

Aufführungsrechte beim Autor
Manuskript zur Ansicht zu bestellen beim Autor

       
 

Der Objektkünstler Tobias verbringt den Sommer mit zwei Künstlerfreunden in einem Landhaus in der Nähe der historischen Stadt Hagelfing. Seine Begleiter fragen sich, wieso es Tobias immer wieder nach Hagelfing zieht. Das Rätseln bekommt Nahrung, als der Architekt Martin auftaucht, der für Tobias offenbar Wichtiges erreichen konnte. Tatsächlich, die Sache hat mit Hagelfing zu tun, mit geheimnisvollen Vorfällen, die sich hier vor langer Zeit zutrugen, mit großen Dingen und mysteriösem Wissen. Ein Geheimbund hütet dieses Erbe. Kommt Tobias durch den Beitritt seiner Vervollkommnung näher – oder ist alles nur Bluff?
Eine Satire über Verschwörungstheorien!

       
 

Textprobe 

Erster Akt 

Terrasse und Garten eines Ferienhauses.

Drei Künstler sind in der Sommerfrische. Im Freien haben sie ihre Arbeitsplätze aufgebaut. Johanna malt an einer Staffelei romantische Landschafts- und Blumenaquarelle (links), Wolfgang stellt auf einem Tisch Design-Schmuck her (rechts), Tobias arbeitet gerade an einem riesigen Objekt, das er aus einer Vielzahl von Holzstücken zusammenfügt (Mitte). Es beginnt am Boden als runde Fläche und zielt schräg nach oben, wobei es sich in seinem Verlauf zu einem dünnen Stab verjüngt. Zu seinem Arbeitsplatz gehören ein Stapel mit Holzstücken, eine Werkzeugkiste sowie ein Holzblock mit Axt und Säge.

Das alte, verwachsene Gemäuer des Ferienhauses begrenzt die Bühne zur rechten Seite. Der Eingang sowie ein Toilettenfenster gehen Richtung Garten. Hinten und links stehen Büsche und Bäume, die große Schatten werfen. Durch ein rostiges Gartentor gelangt man auf die Straße. Ein altes Fahrrad lehnt an der Wand.

Ein sonniger Nachmittag Ende Juni.

Tobias nagelt gerade eine Latte an sein Objekt. Johanna und Wolfgang sind nicht auf ihren Plätzen.

Die Toilettenspülung ist durch das offene Fenster zu hören.

Nach einiger Zeit kommt Wolfgang aus dem Haus.

Tobias bemerkt Wolfgang: Das gehört vor einen Konzertsaal. Dort ist es der Vollkommenheit am nächs­ten. Bach Kunst der Fuge, Mozart Jupitersinfonie, Haydn Schöpfung.

Wolfgang:                    Seit eben ist das Klo kaputt. Das Wasser spült über den Rand hinaus – wenn man nicht gerade droben sitzt.

Tobias:                         Wenn du das Rohr etwas nach oben drückst, ändert sich die Richtung des Wasser­strahls.

Wolfgang geht auf seinen Platz und beginnt, mit einem feinen Hammer auf einem Metallstück herum zu klopfen.

Wolfgang:                    Vielleicht könntest du ja nächstes Jahr ein etwas moderneres Ferienhaus anmieten.

Tobias:                         Lieber Wolfgang, alles nur eine Frage des Preises. Sei fleißig und genial, mach ein paar Ringe und Ketten, die man als Gipfelwerke der Schmuckschmiedekunst erkennt, verkaufe sie dementsprechend teuer, und wir beziehen nächstes Jahr eine Luxusvilla an der Côte d’Azur.

Wolfgang:                    Nichts dagegen. Wenn das nicht klappt, könnten wir ja alternativ in eine etwas günstigere Gegend fahren, wo wir fürs gleiche Geld was Besseres bekommen. Dein Hang, jeden Sommer ausgerechnet in dieses Hagelfing zu kommen, ist mir unerklär­lich.

Tobias:                         Wir sind erst den dritten Sommer hier.

Wolfgang:                     So lange unsere WG besteht.

Tobias:                         Mir gefällt die Landschaft. Der alte Stadtkern mit der Burg von Fürst Ekkehard. Und das historische Stadtfest mit der Lichter-Prozession.

Wolfgang:                    Noch gestern hast du es als verstaubtes, abergläubisches Spektakel bezeichnet. Dass du eine solche heimliche Liebe dazu hast, überrascht mich. Ich kann mir deine Hagelfing-Obsession nur mit der Freude auf das Festbier vom Löwenwirt erklären. Du bist immerhin jedes Mal stockbesoffen.

Tobias:                         Warum greifst du mich so an? Bist du sauer auf mich?

Wolfgang:                    Wieso sollte ich?

Tobias:                         Vielleicht, weil Johanna gerade in mein Zimmer zieht.

Wolfgang:                     Das hatten wir ja so besprochen. Johanna hat Birgit angeboten, auch ein paar Tage bei uns zu wohnen, also musste ein Zimmer freigemacht werden.

Tobias:                         Nahe liegend wäre gewesen, wenn die beiden Mädchen in eins gehen.

Wolfgang:                    Wenn Johanna der Meinung ist, dass sich das Raumproblem auf diese Weise besser lösen lässt, kann ich nichts dagegen haben.

Tobias:                         Du bist aber anderer Meinung.

Wolfgang:                    Beruhig dich jetzt. Ich habe mich da immer raus gehalten, das weißt du. Und ich sehe keine Veranlassung, an meiner Haltung was zu ändern.

Tobias:                         Es ärgert dich!

Wolfgang schweigt und arbeitet. Tobias gibt auf und wendet sich ebenfalls seiner Arbeit zu.

Wolfgang nach einer Weile: Du fährst doch nachher ins Dorf, um ein paar Nägel zu kaufen. Es wäre nett, wenn du mir fürs Abendessen einen Erdbeer- oder Kirschjoghurt mitbringen könn­test. Brot müsste noch genügend da sein.

Tobias:                         Lebensmittel kaufen Johanna und du ein.

Wolfgang:                    Zuhause - um dich nicht mit solch irdischen Dingen zu belasten. Aber hier könntest du ja mal eine Ausnahme machen.

Johanna kommt aus dem Haus.

Johanna:                       So, ich bin jetzt fertig. Birgit kommt etwa in einer Stunde. Sie ruft an, wenn ich sie vom Bahnhof abholen soll.

Tobias:                         Bei der Gelegenheit könntest du für Wolfgang einen Erdbeer- oder Kirschjoghurt mitbringen.

Johanna:                       Du wolltest doch sowieso in die Stadt wegen der Nägel.

Tobias:                         Ich habe zurzeit keinen Führerschein, also kann ich deine Birgit nicht mitnehmen.

Johanna:                       Nein, nein, Birgit hole ich. Aber du wolltest doch das alte Fahrrad da hinten ausprobieren. Ein Joghurt lässt sich damit prima transportieren. Du kommst direkt am Lebensmittelladen vorbei. (Begutachtet einen Kettenanhänger an Wolfgangs Arbeitstisch.) Oh, der Anhänger ist aber jetzt schön geworden!

Wolfgang:                    Ich habe ihn da hinten noch etwas verschmälert.

Johanna:                       Das macht ihn gleich erheblich leichter und angenehmer. (Nimmt einen Ring.) Und, der ist auch toll geworden.

Wolfgang:                    Das ist der, den Frau März bestellt hat.

Johanna:                       Na, der wird ihr gefallen. (Geht achtlos an Tobias und seinem Objekt vorbei zu ihrem Platz.) Aber ich muss jetzt endlich mit meinem Orchideenbild fertig werden. Die Praxis von Dr. Heinisch wird in einem Monat eröffnet, und vier Aquarelle fehlen noch. (Beginnt zu arbeiten.)

Tobias:                         Das wievielte Orchideenbild wird das?

Johanna übergeht dies: Das zusätzliche Bett ist übrigens – trotz deiner vielen Nägel – noch immer sehr wackelig.

Tobias:                         Tut mir Leid, ein besseres steht nicht zur Verfügung.

Johanna:                       Weil der Mann ja immer auch ein bisschen Kavalier sein sollte, habe ich uns jetzt vertauscht. Du schläfst jetzt am Fenster.

Tobias:                         Wie Madame befehlen!

Johanna:                       Außerdem habe ich alles um einen halben Meter verschoben.

Tobias:                         Ich hätte dir gerne dabei geholfen.

Johanna:                       Wenn du nicht so schnell von der Arbeit geflüchtet wärst, hätte ich dich auch gerne gebeten.

Tobias:                         Gibt’s noch was zu tun?

Johanna:                       Danke! Die Schrauben am Kleiderhaken habe ich bereits nachgezogen, und die Glüh­birne in der Deckenlampe ist ausgewechselt. Wir haben jetzt Licht!

Tobias:                         Ich bedauere, dass ich kein Traumprinz bin.

Johanna:                       Da ich noch keinen getroffen habe, weiß ich nicht, auf welche Fehler man bei einem solchen Kandidaten stoßen würde.

Tobias:                         Wolfgang, nimm du sie, ich werde ihren Ansprüchen nicht gerecht!

Wolfgang:                     Ich halte mich diplomatisch raus.

Johanna:                       Wolfgang hält sich immer aus allem raus. Insbesondere aus Gefühlen. Solange ich daher keinen akzeptablen Traumprinz gefunden habe, werde ich mich mit dir begnü­gen. Das ist übrigens mein erstes Orchideenbild, und ich finde, dass es außergewöhn­lich schön wird. Ich gebe mir auch besonders Mühe – weil es Dr. Heinisch bestellt hat.

Tobias:                         In der Liebe suchst du das Absolute, in der Kunst reicht dir das „Mühegeben“. Das ist widersprüchlich!

Johanna:                       So genial wie du bin ich natürlich nicht!

Tobias:                         Die Frage ist nicht primär, ob du das Absolute findest, sondern, ob du es überhaupt suchst.

Wolfgang:                    Man kann sich das Leben damit auch unnötig schwer machen. Man wird ruhelos und unzufrieden. Ich finde Johannas Landschafts- und Blumenbilder sehr hübsch. Die Ansicht von der Birkengruppe im Frühlingssturm, die sie neulich gemalt hat, ist doch großartig.

Tobias:                         „Großartig“, „hübsch“. Sie klebt am Üblichen, am Ewig-Wiederkehrenden. Aber da seid ihr beide gleich. (Bei Wolfgang.) Da, diesen Ohrring, den kenn ich schon. Den habe ich schon auf mehreren Kunsthandwerkermärkten gesehen. Und du machst ihn auch schon zum dritten Mal. Oder da, diese beiden Ringe: völlig identisch.

Wolfgang:                    Lass das liegen, du hast dreckige Finger!

Johanna:                       Aber die Leute mögen seine Schmuckstücke. Und meine Bilder auch. - Was ist übri­ges mit deinem Objekt? Du hast vorhin mit deinem Stararchitekten Martin telefo­niert. Hat er jetzt endlich den Auftrag für den Konzertsaal, und kommt dein Objekt ins Foyer?

Tobias:                         Er ist dran. Seine Entwürfe haben gut gefallen.

Johanna:                       Kann man sie auch ausführen und bezahlen?

Tobias aufgebracht:   Mein Gott, ihr suhlt euch ja in Durchschnittlichkeit! Bei euch geht es immer nur ums Machbare, ums Verkäufliche, ums Althergebrachte! Ihr habt keinen Drang, über euch hinaus zu wachsen, eine Weitung zu erfahren, ein fernes Ziel zu erreichen! Spürt ihr denn nicht diesen Punkt in euch? Diesen Leitstern, der vorwärts treibt?

Wolfgang:                    Du meinst Gott?

Tobias:                         Nenn ihn, wie du willst. Dieser Leitstern hin zum Absoluten, Vollkommenen, den man als ehrlicher Künstler erreichen möchte.

Wolfgang:                    Du bist unzufrieden mit deiner Kunst!

Tobias:                        Gott sei dank! Sonst wäre ich kein Künstler!

Wolfgang.                    Lieber Tobias, in der „Theorie des Künstlerseins“ hast du womöglich Recht. Aber der Mensch, und damit auch der Künstler, ist von Grenzen seiner irdischen Natur umgeben. Das ist natürlich bedauerlich, aber letztlich eine Tatsache, mit der man irgendwie zu recht kommen muss. Schon aus Selbstschutz. Als Mozart lebte, gab es noch nicht mal eine Milliarde Menschen, heute sind es mehr als achtmal so viel. Die Wahrscheinlichkeit, der göttlichen Vollendung vor allen anderen Künstlern am nächsten zu kommen und gleichzeitig damit wahrgenommen zu werden, war damals schon gering. Du kannst das nur akzeptieren, oder du zerfleischt dich in Unzufrie­denheit. Ich verstehe, was du meinst - ich arbeite an der Verbesserung meiner Aus­drucksmöglichkeiten, aber ich werde mich nicht selbst bei dem Versuch zerstören, meine Künstlernatur durch das Gitter meines Grenzzaunes zu drücken.

Tobias:                         Du hast resigniert!

Wolfgang:                    Ich übertreib’s halt nicht! (Zeigt die beiden Ringe.) Und diese beiden Ringe sind übrigens Glieder einer Kette. Die müssen so identisch sein.

Johanna spitz:                Ich habe ja ebenfalls nicht resigniert: Ich suche weiter nach meinem Traumprinz!

Tobias ist getroffen:      Okay, zwei zu eins. Ich geb’s auf! Ich fahre jetzt ins Dorf und kaufe meine Nägel.

Johanna:                       Und vergiss den Jogurt für Wolfgang nicht!

Tobias geht wortlos nach hinten, packt das alte Fahrrad und geht damit ab durch das Gartentor.

Johanna springt auf und läuft auf die Straße.

Johanna nachrufend:   Sei nicht bös! (Winkt.)

Kommt zurück.

Johanna:                       Du denkst bestimmt, verliebte Leute spinnen ein bisschen. Weißt du was: Du hast Recht! – Ich hol mir was zu trinken, nachmittags wird’s hier ziemlich heiß. Soll ich dir auch was bringen?

Wolfgang:                    Orangensaft.

Johanna:                       Nusshörnchen sind auch noch da.

Wolfgang:                    Nein, danke.

Johanna:                      Ach so, ja, du willst abnehmen. (Ab.)

Wolfgang arbeitet weiter.

Johanna von innen:      Der Orangensaft ist schon sauer.

Wolfgang:                   Traubensaft müsste auch noch da sein.

Johanna:                      Ja, stimmt.

Sie kommt mit zwei Traubensaftgläsern und stellt ein Glas auf Wolfgangs Tisch.

Johanna:                     Da.

Wolfgang:                   Danke.

Johanna bleibt, nimmt den Ring, der für Frau März bestimmt ist.

Johanna:                       Den Ring für Frau März hast du wirklich super gemacht. Das ist doch die Freundin von Annette, der Dicken aus dem Bioladen.

Wolfgang:                   Ja.

Johanna:                      Kennst du sie?

Wolfgang:                    Wir haben uns kurz bei Annette im Laden gesehen und über den Auftrag gesprochen.

Johanna:                      Wie ist ihr Vorname?

Wolfgang:                   Judith.

Johanna:                      Klingt nett. Alter?

Wolfgang gezielt:          Genau richtig.

Johanna:                       Aha! Gefällt sie dir?

Wolfgang:                    Sie ist hübsch, aber etwas frostig. (Gibt sich philosophisch.) Wie eine Frau März eben so ist. Sonnige Tage, aber in den Tälern hängt hartnäckig der verharschte Schnee.

Johanna:                      Da hast du ja schon ziemlich tief in sie hineingeschaut!

Wolfgang:                    Auch Männer sind keine gefühllosen Dampfwalzen – auch, wenn sie das manchmal selber gar nicht wahrnehmen.

Johanna:                      Und welche Monate bevorzugst du?

Wolfgang überlegt:       Ich würde sagen: Mai oder September. Entweder man hat noch einen gemeinsamen heißen Sommer vor sich oder man genießt eine Frau im sonnigen September – wenn ihre Hitzewallungen vorbei sind. Eine Frau im Hochsommer ist nur erträglich, wenn sie fest an deiner Seite steht.

Johanna:                      Wolfgang, der Frauenphilosoph. – Und ich? Welcher Monat bin ich?

Wolfgang:                    April oder Hochsommer – da bin ich nicht ganz sicher. Mag sein, du bist noch extrem unentschieden, mag sein, du bist in unkontrollierten Hitzewallungen.

Johanna:                      Auf jeden Fall: unerträglich!?

Wolfgang:                   Genau.

Johanna:                       Dann weiß ich ja, wie ich dran bin. – Mit dem Hochsommer hast du Unrecht. April – kann schon sein. Aber aus dem April wird der Mai. Vielleicht nur eine Frage der Verlockungen und Zugkräfte.

Wolfgang:                    Stimmt. Du träumst ja vom Traumprinz. Der könnte dich in den Mai holen – wenn er kommt. Naja, vielleicht schafft es ja auch Tobias.

Johanna:                      Du bist eifersüchtig!

Wolfgang:                    Oh Gott! Nein!

Johanna:                      Keine Angst, ich überschätze ihn nicht! Er ist ziemlich egozentrisch und unausgegli­chen. Seine große Künstlerpose nervt mich. Aber er zeigt mir, dass ich ihm gefalle! Er bemüht sich um mich!

Wolfgang:                   Schön!

Johanna:                       Während du kein Wort herausbringst und an deinen Metallplatten herumfeilst. Du tust so, als wäre ich dir gleichgültig! Das bin ich dir doch nicht!

Wolfgang versucht, sich zu halten: Ach! Wie kommst du da drauf?

Johanna:                       So etwas spürt eine Frau! Und du zeigst es ja auch – wenn auch sehr verstohlen!

Wolfgang:                    Weiter! Jetzt bin ich aber neugierig!

Johanna zögernd:          Ich denke da an eine kleine Begebenheit vor ein paar Wochen. Ich hatte, nachdem ich Birgit beim Umzug geholfen hatte, Rückenschmerzen und wollte mich eincremen.

Wolfgang:                   Als ich versehentlich ins Bad kam. Du hättest mich hinausschicken können.

Johanna:                     Du bist geblieben, weil ich dich bat, mir zu helfen.

Wolfgang:                   Ich habe dir auch schon beim Baden den Rücken eingecremt.

Johanna:                      Du hast die Salbe auf meiner Haut verteilt, einmassiert – und kurz inne gehalten. In solch einem Moment merkt man als Frau, was los ist.

Wolfgang:                   Als Mann auch!

Johanna:                      Man versteht dann eben nicht recht, wieso derjenige dann so gleichgültig bleibt.

Wolfgang:                    Spannungen entstehen oft, nicht jede führt zu etwas. Die Dinge haben sich anders entwickelt. Und ich bin ja auch nicht dein Traumprinz.

Johanna:                       Lass jetzt mal den Traumprinz aus dem Spiel! Frauen wissen genau, dass er nur eine Illusion ist. Aber sie erwarten vom Mann zumindest, dass er ihnen diese Illusion vor­spielt.

Wolfgang:                    Na schön. Da ist mir Tobias offenbar einen Schritt voraus!

Birgit steht am Gartentor: Hi!

Johanna:                       Hey! Du bist schon da?

Birgit kommt mit einem großen Rücksack und einer Leinentasche herein. Sie ist sehr guter Laune. Sie nimmt den Rucksack ab und stellt ihn zur Seite.

       
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